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Die vom 500. Jahrestag der Reformation ausgelöste Jubiläumsgeschäftigkeit macht sich auch musikalisch stark bemerkbar –
und bleibt doch weit hinter dem zurück, was man vor 300 Jahren aufgeboten hat. »Damals fiel das Gedenken an den Thesenanschlag Luthers (als dem symbolischen Beginn der Reformation der Kirche) auf einen Sonntag, und zwar den 23. Sonntag nach dem Trinitatisfest. In den meisten Gebieten wurden aber anschließend noch ein oder zwei weitere arbeitsfreie Festtage begangen, nämlich auch der 1. (und 2.) November 1717. In Eisenach wurde das Jubiläum beispielsweise um 5 Uhr 30 mit Glocken von allen Kirchtürmen eingeläutet, um 6 Uhr bliesen die Türmer und es begannen die Frühpredigten. Die Stadttore waren verschlossen, die Tage ausgefüllt mit Choralsingen der festlich herausgeputzten Kinder auf den Straßen, Disputationen und Theaterstücken an den Universitäten und Gymnasien und vor allem etlichen weiteren Gottesdiensten, in denen festliche Musik dargeboten wurde.« So beschreibt es der Telemann-Forscher Marc-Roderich Pfau in der 275. Ausgabe unseres Magazins.