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Posaunen

Mit einem Tusch für Posaunen eröffnen wir das Beethoven-Jahr. Bernhard Rainer beschreibt in seinem Beitrag für CONCERTO die Posaune als ein Beethoven ›unvertrautes Instrument‹. Denn während sie Mozart und Schubert von Jugend an als traditionelles Instrument der katholischen Kirchenmusik geläufig war, dürfte Beethoven sich erst zu der Zeit, als er für erweitertes Orchester zu komponieren begann, mit der Posaune auseinandergesetzt haben. Zum ersten Mal verwendete er Posaunen in seinem Oratorium Christus am Ölberge. Wie sein Schüler Ferdinand Ries berichtet, wurden die Stimmen vom Komponisten erst am Morgen der Uraufführung am 5. April 1803 ausgearbeitet. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass Beethoven, neben ihm mutmaßlich bekannten Werken, als Informationsquelle für die Instrumentation von Alt-, Tenor- und Bassposaune auf den Traktat Anweisung zur Komposition (1790) seines ehemaligen Lehrers Johann Georg Albrechtsberger (1739 – 1809) zurückgegriffen hat.